Was ist Paintball eigentlich?

Geschichtlicher Hintergrund

1980 entstand Paintball, da ein Freund von Noel Hayes, einem Amerikaner, diese Rindermarkierungsgewehre in einem Landwirtschaftskatalog fand. Noel, Charles Gaines und noch ein paar Freunde hatten natürlich die Idee, sich gegenseitig zu markieren, was wie sie fanden einen Heidenspass machte... Wohlgemerkt, dass es damals weder eine adäquate Schutzkleidung noch passende Paintballs gab. Die Dinger mussten hart wie Stein gewesen sein, denn noch Jahre später, als die ersten Paintballer (unter ihnen Bud Orr) anfingen an diesem Spiel Gefallen zu finden, war es nicht ungewöhnlich mit einem gebrochenen Finger nach Hause zu gehen...

Doch mit der Zeit wurde die Ausrüstung immer ausgefeilter und es entstand immer wie mehr eine Industrie, die Paintball populärer machte.

Technik

Die Paintballs bestehen aus einer Gelatinekapsel, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt ist, und somit zu 100% biologisch abbaubar ist. Der Paintball ist weich und platzt im Normalfall bei einem Treffer. Beschleunigt wird er durch Pressluft oder Co2 auf eine Geschwindigkeit bis 300 fps (etwa 300 km/Std.), verliert aber auf Grund seiner Aerodynamik sehr schnell an Geschwindigkeit. Effektive Schussweiten sind maximal bis 50 meter möglich.


Um den Paintball zu beschleunigen, wird ein Markierer verwendet. Die heutigen Markierer schaffen ohne Probleme 7 Schüsse in der Sekunde. Spieler mit elektronischen Markiern schaffen jedoch weitaus mehr. Da sind 16 Schüsse pro Sekunde keine Seltenheit. Im Normalfall funktionieren die Markierer SEMI, also so schnell wie du deinen Zeigefinger und/oder Mittelfinger bewegen kannst. Bei den heutigen E-Pneumaten können aber auch Salvenmodi und Vollauto-Modus eingestellt werden...


Die Masken besitzen oftmals eine sogenannte Polycarbonatschicht, dieselbe chemische Behandlung erfahren Scheiben eines Flugzeuges, um es widerstandsfähiger zu machen. Doppelte Gläser sind auch keine Seltenheit, auch trifft man Thermobehandlungen an, die ein Beschlagen der Maske verhindern. Die Maske schützt die Augen und das Gesicht, sowie die Ohren und einen Teil des Halses.

Das Spiel

Beim Spiel werden meistens 2 Gruppen gebildet. Mögliche Spielmodi sind Deathmatch, Teamdeathmatch, Capture the Flag, Centerflag, Traitor und Zombie-Game. Als Spielfelder dienen Wälder, Speedballfelder oder SupAir-Felder. Ein Speedballfeld ist etwa 50x50m gross und besitzt künzliche Deckungen, die aus Reifen, Rohren oder Holzbauten bestehen können. Ein SupAir-Feld besteht aus aufblasbaren Deckungen, die den Vorteil haben schnell auf- und abgebaut werden zu können.

Wenn ein Spieler getroffen wird, egal wo, signalisiert er, indem er "out" schreit und die Hand hebt. Alsdann verlässt er das Spielfeld und wartet ausserhalb der Spielzone auf das nächste Spiel. 

Biochemie

Das Spiel selber ist sehr actionreich und schnell. Es kombiniert in einzigerartiger Weise Geschicklichkeit, Ausdauer, Cleverness und
Instinkt. Paintball ist mit nichts zu vergleichen. Kein Spiel kann so suchterzeugend sein, viele wissen es, doch wenige wissen warum. Rein biologisch werden drei wichtige Substanzen/Substanzgruppen im Körper freigesetzt: Adenocorticotropin, Adrenalin und Endorphine, Enkephaline und Dynorphine. Das zuerst genannte wird von der Hypophyse des Gehirns freigesetzt und stimuliert die Nebennieren, diese sorgen für die Freisetzung von Adrenalin, welches wiederum weitreichende Auswirkung hat... Die Endorphine, Enkephaline und Dynorphine werden als sogenannte endogenen Opioidpeptide zusammengefasst. Sie binden an spezifischen Rezeptoren im zentralnervösen Schmerzverarbeitungssystem und führen auf der Ebene des Rückenmarks und Hirnstamms zu Abschwächung von Schmerzmeldungen.  Beim Paintball steht aber nicht so sehr die Schmerzmilderung im Vordergrund, sondern die Euphorie, welche sich beim erfolgten Markieren des gegnerischen Spielers auch auf biochemischer Ebene manifestiert. Da diese körpereigenen Stoffe an den gleichen Rezeptoren binden wie pflanzliche Opiate kann die Wirkung in gewissem Masse suchterzeugend sein. Aber keine Angst! Da es sich eben um körpereigene Stoffe in körpereigenen Konzentrationen handelt, besteht keine Gefahr für den Körper. Leuten mit Herzschwierigkeiten wird jedoch das Paintballspielen abgeraten.